Impfungen bei Hunden/Welpen Teil 3

Impfung bei Hunden/Welpen Teil 3

Welpen Impfen

Im letzten Teil unserer Impfserie erklären wir die immunologische Lücke und wann Sie mit Ihrem Welpen zum Impfen gehen sollten.

Das Immunsystem des Welpen und Schutz in den ersten Lebenswochen

Das Immunsystem des Welpen ist noch nicht voll entwickelt. Damit ein Welpe in der Zeit nach seiner Geburt nicht schutzlos den Erregern der Umwelt ausgeliefert ist, bekommt er mit dem Kolostrum, der ersten Milch nach der Geburt, Antikörper der Mutterhündin. Diese können nur innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt vom Verdauungssystem ins Blut gelangen, danach würden sie einfach wie normale Eiweiße verdaut werden. Diese maternalen Antikörper schützen den Welpen vor Erregern. Während der ersten Lebenswochen nimmt die Zahl der Antikörper kontinuierlich ab; wie schnell ist individuell verschieden. Bei einigen Hunden sind ab der achten Woche schon keine nennenswerten Mengen maternaler Antikörper vorhanden, spätestens mit 16 Wochen kann man davon ausgehen, dass der Welpe nicht mehr geschützt ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste Impfung?

Ein Impfstoff wird in der Regel bei Anwesenheit maternaler Antikörper neutralisiert, sodass das Immunsystem des Welpen gar nicht erst aktiviert wird und sich entsprechend kein Impfschutz einstellt. Der Impferfolg hängt also maßgeblich von der Konzentration der maternalen Antikörper ab. Wenn man allerdings zu spät impft, ist das Risiko einer Infektion groß. Das Zeitintervall, in dem der maternale Schutz nicht mehr gegeben ist und der Impfschutz noch nicht greift, nennt man immunologische Lücke. Wenn sich ein Welpe in dieser Zeit mit gefährlichen Erregern infiziert, sind seine Überlebenschancen in aller Regel sehr schlecht. Wenn man genau wüsste, wann die Konzentration der Antikörper weit genug abgenommen hat, könnte man die erste Impfung genau dann verabreichen, wenn der Welpe gerade noch geschützt ist, die Impfung aber trotzdem funktioniert. Leider ist dieser Zeitpunkt in der Praxis kaum bestimmbar. Deswegen versucht man mit drei Impfungen im Abstand von vier Wochen ab der achten Lebenswoche den Zeitraum der immunologischen Lücke so kurz wie möglich zu halten – und damit auch das Risiko so gering wie möglich. Mit etwa 15 Monaten wird eine Wiederholungsimpfung durchgeführt, mit der die Grundimmunisierung abgeschlossen ist.

Impfen ja oder nein – und gegen welche Krankheiten?

Die Impfprogramme der letzten Jahrzehnte haben viele gefährliche Krankheiten aus Deutschland nahezu verdrängt. Aus dem Grund wähnen sich Viele in Sicherheit – ein Schein, der trügt. Illegale Grenzüberquerungen, gerade von der sogenannten Hundemafia, mit Welpen, die viel zu jung von der Mutter getrennt wurden, nehmen zu. Nicht nur, dass diese Welpen meist nach kurzer Zeit versterben, sie schleppen die Krankheiten auch wieder nach Deutschland ein. Deswegen sollte man mindestens die sogenannten Core-Impfungen vornehmen, gegen Parvovirose, Leptospirose, Staupe und HCC. Je nach individueller Situation sollten auch Impfungen gegen Zwingerhusten (hier bewirkt die Impfung keine Verhinderung der Krankheit, sondern nur eine Reduktion der Symptome), Tollwut, Herpes, Borreliose oder bestimmte Pilze vorgenommen werden. Dies ist aber nicht bei jedem Hund sinnvoll und sollte deswegen individuell mit dem Tierarzt oder der Tierärztin und ggf. zusammen mit dem / der Züchterin besprochen werden.

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