Fiebermessen beim Hund

Fiebermessen beim Hund

Wie messe ich Fieber bei meinem Hund?

Der Hund wirkt matt und schenkt den schmackhaftesten Leckerli und dem Lieblingsspielzeug nur noch einen müden Blick. Möglicherweise hat er Fieber. Aber auch bei anderen Erkrankungssymptomen wie z.B. vermehrtem Niesen ist es gut, die Körpertemperatur zu messen, um entscheiden zu können wie das weitere Vorgehen sein soll.
Bei der Messung der Temperatur kann man viel falsch machen, und ein paar Grad machen einen großen Unterschied in der Bewertung des Gesundheitszustandes. Wenn Sie unsere Tipps beachten, werden Sie aber mit ein bisschen Übung sicher schnell gute Ergebnisse erzielen.

Der Wärmehaushalt des Hundes

Um eine erste Einschätzung zu bekommen, wie der Wärmehaushalt Ihres Hundes ist, können Sie die Hand auf wenig behaarte Stellen legen und die Temperatur prüfen. Beachten Sie, dass Ihr eigenes Wärmeempfinden variiert und diese Methode daher hoch unsicher ist. Außerdem handelt es sich dabei um die sogenannte periphere Temperatur, nicht die Körperkerntemperatur, die entscheidet ob der Hund Fieber hat oder nicht.
Abzugrenzen vom Fieber ist die erhöhte Temperatur oder Hyperthermie. Wenn der Hund im Sommer im Auto verbleibt, auch nur wenige Minuten, kann dies zum Hitzetod führen, wenn die Möglichkeiten zur Wärmeabgabe erschöpft sind, dennoch ist dies kein Fieber.

Das richtige Fiebermessgerät für den Hund

Wie also messen Sie zuverlässig die Körpertemperatur Ihres Hundes? Kaufen Sie sich ein Thermometer und kennzeichnen Sie es, damit es ganz sicher nur für den Gebrauch am Hund verwendet wird. Achten Sie beim Kauf auf den Einsatz beim Tier, denn diese Geräte messen deutlich schneller (ca. 10 Sekunden), als die für den Menschen. Die Infrarot Temperaturmessung im Ohr der Hunde ist extrem fehleranfällig und damit sehr unzuverlässig. Außerdem sind die meisten Hunde auch nicht kooperativer, wenn man etwas in sein Ohr steckt und die Verletzungsgefahr durch abrupte Abwehrreaktionen ist höher.

Wie messe ich Fieber bei meinem Hund?

Gemessen wird im After des Tieres und die Spitze des Thermometers kann vorher mit Öl oder Vaseline gleitfähiger gemacht werden, um die Messung für Ihren Hund angenehmer zu machen. Dann wird es ca. 2cm tief in den After hineingeschoben. Achten Sie darauf, dass die Spitze möglichst an der Darmwand anliegt und nicht in einem Kotballen steckt, denn dies verfälscht die Temperatur. Auch wenn Sie die Spitze nicht tief genug hinein stecken, werden die Werte als zu niedrig gemessen.
Der Hund kann währenddessen liegen oder stehen, ganz wie Sie es bevorzugen. Wenn Sie im Stehen messen, sollten sie eine Hand unter den hinteren Bereich des Bauches legen, um Hinsetzen vorzubeugen. Generell kann es hilfreich sein, eine Hilfsperson dabei zu haben, die mit festhält. Wenn Ihr Hund aggressiv wird, sollten Sie immer daran denken, dass Sie sich entsprechend vor Zähnen und Krallen schützen.
Es empfiehlt sich, das Messen der Temperatur öfter zu üben, damit Ihr Hund sich daran gewöhnen kann und Sie im Ernstfall schon gut eingespielt sind.

Die Temperatur beträgt normalerweise 37,5 bis 39,0°C und hängt von der Aktivität des Hundes, aber auch von der Tageszeit ab: Nachts um 03:00 Uhr ist sie auf dem Tiefstand und nachmittags gegen 17:00 Uhr werden normalerweise die höchsten Werte gemessen. Das hängt mit dem Biorhythmus zusammen, der im Wesentlichen durch Licht, aber auch die Futteraufnahme beeinflusst wird. Für die Entdeckung der molekularen Mechanismen bekamen die Forscher den Nobelpreis.

Übrigens: Manche Hunde regen sich bei einem Tierarztbesuch so sehr auf, dass ihre Körpertemperatur steigt. Damit ist es schwerer, die Temperatur richtig zu interpretieren. Ein Ruhewert, der zuhause gemessen wurde kann da sehr hilfreich sein.

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